Für Einsteiger ist es oft  eine große Herausforderung und selbst erfahrene WordPress Nutzer tun sich dabei schwer: Die richtige Theme-Auswahl. Für viele stellt sich die Frage, ob ein kostenloses Theme ausreicht oder doch eine bezahltes Premium-Theme nötig ist. Hat man sich für die kostenpflichtige Variante entschieden, steht man vor einer riesigen Auswahl. Tausende Themes kursieren im Internet und  kosten schnell mal zwischen 60 und $100. Heute erkläre ich Euch, was bei der Auswahl zu beachten ist. Zusätzlich zeige ich Euch 4 Themes, die besonders empfehlenswert sind.

Lasst uns über WordPress Themes sprechen

Die Auswahl des richtigen WordPress Themes treibt den Teilnehmern meiner Trainings oft Schweißperlen ins Gesicht. Die Suche kann langwierig sein und am Ende trifft man doch die falsche Wahl. Entweder fehlen Funktionen oder die Anwendung des Themes ist einfach zu komplex. Deshalb beginnen wir einmal von vorne.

 

Was ist eigentlich ein WordPress Theme?

Ein WordPress Theme bestimmt die optische Darstellung der Webseite. Viele sprechen auch gerne vom Thema der Seite. Dabei ist im Theme das komplette Design definiert. Dazu zählen zum einen der Aufbau und die Anordnung der einzelnen Elemente wie Footer, Menü-Bereiche, Header und so weiter. Andererseits sind hier auch alle Farben, Schriftarten, Größen und Abstände definiert.

Ein Theme besteht mindestens aus den folgenden beiden Dateien:

  • functions.php
  • style.css

Die functions.php bestimmt den Funktionsumfang des Themes und ist eine Art Bauplan, während in der style.css alle css Informationen rund um das Design hinterlegt sind.

 

Was ist der Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen WordPress Themes?

Bei kostenlosen Themes müssen wir zwischen zwei Gruppen unterscheiden. WordPress lebt von einer großen Community. Entwickler und Anwender arbeiten eng zusammen und tauschen sich aus. Dabei kommen immer wieder neue Entwickler hinzu, welche Ihre ersten Programmieranfänge der Community zur Verfügung stellen. Viele dieser Themes findet man hier in der kostenlosen Datenbank. Diese Themes eignen sich besonders für fortgeschrittene Nutzer, welche diese als Grundstruktur nutzen und weiterentwickeln. Einsteigern rate ich eher davon ab, da Fehler und Bugs sehr zeitraubend werden können und der Funktionsumfang in der Regel eingeschränkt ist.

Die zweite Gruppe besteht aus kostenlosen Themes, die als Verkaufsmagnet dienen. Viele große Entwickler stellen ihre Themes in abgespeckter Version kostenlos zu Verfügung. Das Ziel dabei ist es, dass der User sich von dem Theme überzeugt und anschließend an seine Grenzen stößt. Wenn man erst mal angefangen hat das WordPress Projekt aufzusetzen, sind die meisten auch bereit Geld auszugeben, um alle Funktionen freizuschalten. In dem Moment, wo man mit einem solchen Theme an Grenzen stößt, ist es meist schon zu spät. Ein Neustart wäre weitaus aufwendiger, als der Kauf der Premiumversion.

Und dann sind da noch die Premium-Themes, welche von Beginn an Geld kosten. Diese bieten deutlich individuellere Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten. Außerdem stehen erfahrene Entwicklerteams dahinter, die regelmäßige Updates veröffentlichen.

Einsteiger profitieren dabei von dem erweiterten Funktionsumfang auch ohne eigene Programmierkenntnisse und der ständigen Weiterentwicklung. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die vielen Möglichkeiten auch schnell verwirren können. So empfinden viele meiner Trainingsteilnehmer Premium-Themes anfangs als zu komplex.

Premium-Themes eignen sich für alle, die ohne Programmierkenntnisse eine professionelle Webseite für ein Business aufbauen wollen. Auch diejenigen, die sich als Agentur platzieren möchten, sollte auf die Profi-Themes zurückgreifen. Der Zeitaufwand, um kostenfreie Themes individuell umzuprogrammieren, ist oft größer als die Startinvestition in ein Premium Theme.

 

Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Bevor Du Geld ausgibst, solltest Du dir genau überlegen, was Du damit vorhast. Ein Shop hat andere Anforderungen als ein Corporate Blog. Wer für verschiedene Kunden wiederum arbeitet, muss sich über Lizenzen Gedanken machen. Hier gibt es enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Theme-Entwicklern.

Grundsätzlich sind folgende Informationen beim Kauf relevant:

  • Bewertungen
  • Datum der ersten Veröffentlichung
  • Datum des letzten Updates
  • Anzahl der Webseiten pro Lizenz
  • Page Builder

Lasst uns mal einen Blick auf die einzelnen Punkte werfen.

Kostenloses WordPress Theme Twenty Seventeen mit allen Theme-Informationen

Diese Informationen findest Du bei kostenlosen WordPRess Themes auf WordPress.org

Bewertungen

Wenn Du ein Theme gefunden hast, findest Du an vielen Stellen Bewertungen anderer Nutzer. Hier hilft oft ein Blick auf die Facebook-Seite des Entwicklers. Außerdem findest Du auf der Webseite von WordPress im Theme-Verzeichnis Bewertungen. Vergleiche nun die Anzahl der aktiven Installationen mit dem Ergebnis der Bewertungen und Du bekommst schnell ein Gefühl für bessere oder schlechtere Themes.

 

Datum der Veröffentlichung

Neue Themes, die erst kürzlich veröffentlicht wurden, weisen oft noch Kinderkrankheiten auf. Hier macht es Sinn darauf zu achten, dass das Theme bereits seit ein paar Jahren auf dem Markt ist.

 

Datum des letzten Updates

WordPress wird aktuell rasant weiterentwickelt. Grade die Neuerungen rund um Gutenberg, werden Anpassungen in den Theme-Dateien zur Folge haben. Damit das Konstrukt aus WordPress Software, Themes und Plugins dauerhaft gut funktioniert, sollten Themes regelmäßig den neuen Anforderungen angepasst werden. Dies dient neben der Funktionalität auch der Sicherheit. Achtet darauf, dass das letzte Update nicht länger als 3 Monate in der Vergangenheit liegt.

 

Anzahl der Webseiten pro Lizenz

Wer WordPress-Seiten für Kunden erstellen möchte, sollte ein Blick auf die Lizenzmodelle der Themeanbieter werfen. Es gibt sowohl Lizenzen, die für eine Installation gültig sind, als auch diejenigen, mit denen Ihr zwei oder sogar unendlich viele Kundenprojekte umsetzen könnt. Bei manchen Anbietern werden Updates nach einem Jahr nur dann geladen, wenn man eine neue Lizenz kauft. Hier könnt Ihr Euch auf der Seite des Theme-Anbieters informieren und solltet Euch bei Unklarheiten nicht davor zurückschrecken, den Support zu kontaktieren.

 

Page Builder

Page Builder sind Geschmacksache. Jeder hat so seinen Favoriten, der besonders gerne genutzt wird. Hier macht es Sinn vorab zu schauen, welcher Page Builder empfohlen wird und welche Erfahrungen andere User mit Eurem Lieblings-Page-Builder in diesem Theme gemacht haben. Oftmals lohnt es sich, den Themeeigenen Builder zu verwenden.

 

Vier WordPress Themes im Vergleich

So und jetzt wird es ernst. Ich habe mich schon durch diverse Themes gekämpft und möchte Euch diesen Weg ersparen. Deshalb findet Ihr hier ein paar Themes und deren Vor- und Nachteile. Das ist das Ergebnis meiner langen Erfahrung im Umgang mit WordPress und keine Werbung, die von den Herstellern angezettelt wurde!

 

Divi – Ein Held für Agenturen

Divi ist aktuell mein Favorit. Und die Erklärung dafür ist ganz leicht. Das Theme von Elegant Themes bringt alles mit, was man als WordPress Agentur braucht. Ein sehr übersichtliches Theme, mit gut bedienbarem, integriertem Page Builder. Dazu kommt, dass sich die Ergebnisse in Sachen Page Speed absolut sehen lassen können. Außerdem ist das Theme nach neusten Designstandards erstellt und wird ständig weiterentwickelt.

Großes Plus sehe ich hier für Agenturen besonders aufgrund der angebotenen Lizenz. Der „Lifetime Access“ gibt dir für nur $249 lebenslänglichen Zugriff zu allen Themes von Elegant Themes. Und dann auch das noch: Du darfst diese für so viele Kunden verwenden, wie Du magst. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Tutorials und Informationen im Internet, da Divi mittlerweile sehr weit verbreitet ist. Der Nachteil hier ist wie bei vielen WordPress Inhalten die englische Sprache. Die Inhalte der Dokumentation sind leider nur auf Englisch zu finden.

 

VORTEILE:
+ LIZENZ: Agentur-Zugang kann für unendlich viele Kunden genutzt werden
+ PREIS: $249 für deinen lebenslangen Zugang und unendlich viele Webseiten ist unschlagbar
+ DESIGN: Viele Templates nach neusten Standards vorhanden
+ PAGE SPEED: Gute Ergebnisse trotz Page Builder
+ PAGE BUILDER: Besonders im Frontend, für diejenigen, die WYSIWYG mögen, empfehlenswert
+ SUPPORT: Schnelle Hilfe und Reaktion bei Fragen
+ SEO: Gute Möglichkeiten zur SEO-Optimierung
+ SHOP: WooCommerce Integration ist möglich

 

NACHTEILE:
PAGE BUILDER: Im Backend finde ich den Page Builder teilweise unübersichtlich
 DOKUMENTATION: Dokumentation und Service sind komplett auf Englisch

 

Flatsome – Spitzenreiter für Onlineshops

Flatsome kommt aus dem Hause UX-themes und wird über envato market vertrieben. Besonders für diejenigen, die einen Onlineshop mit WooCommerce aufsetzen möchten, ist Flatsome sehr empfehlenswert. Das Theme liefert Templates, die gezielt für Shops gebaut sind. Außerdem ist grade der Header-Bereich der Seite sehr leicht und individuell anpassbar.

Insgesamt ist die Bedienung von Flatsome komfortabel. Schon der Startbildschirm ist angelehnt an WooCommerce. Hier wird der User durch an die Hand genommen und durch die wesentlichen Grundeinstellungen geführt.

Der hauseigene Page Builder funktioniert ähnlich wie wir es vom Customizer kennen. Frontend und Backend werden gegenübergestellt und besonders für Einsteiger ist das Tool leicht zu erlernen. Auch in Sachen Page Speed kann ich nur Gutes von Flatsome berichten und bin begeistert. Für die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten erzielt das Theme sehr gute Ergebnisse. Die Lizenz ist leider immer nur für eine Webseite gültig und damit ist das Theme für $59 pro Lizenz teurer als Divi, wenn Ihr es für mehrere Kunden nutzen wollt.

Trotzdem fällt mein Urteil durchweg positiv aus und Flatsome ist für mich die beste Wahl für Onlineshops.

 

VORTEILE:
+ SHOP: Diverse Anpassungsmöglichkeiten gezielt auf Shops abgestimmt
+ PAGE BUILDER: Leicht verständlicher Page Builder, der Einstellungen und Auswirkung im Frontend direkt gegenüberstellt
+ DESIGN: Sehr indiviuell anpassbares Desgin auch ohne Programmierkenntnisse
+ PAGE SPEED: Gute Ergebnisse trotz umfangreicher Möglichkeiten
+ TUTORIALS: Umfangreiche Tutorials zur Shoperstellung auf YouTube verfügbar

 

NACHTEILE:
LIZENZ: Für jeden Kunden muss eine einzelne Lizenz gekauft werden für aktuell $60 (Es gibt jedoch eine Agentur Lösung von Envato Market)
 DOKUMENTATION: Dokumentation und Service sind komplett auf Englisch
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Avada – Ein Alleskönner

Kommen wir nun zu dem meistverkauften WordPress Theme auf Envato Market. Zurecht ist Avada schon lange an der Spitze der Verkaufscharts. Avada ist ein optisch sehr ansprechendes Theme. Zusätzlich gibt es mittlerweile einen großen Pool an komplett fertigen Webseiten, die als Template geladen werden können. Avada ist wirklich ein Alleskönner und für jeden Kunden anpassbar.

Avada nennt den eigenen Page Builder Fusion Builder. Und dieser ist im Backend aus meiner Sicht der übersichtlichste und stärkste im Vergleich. Jedoch gibt es keine passende Frontend Version und damit kein WYSIWYG. Besonders für Einsteiger ein Nachteil.

Zusätzlich habe ich in meinen Trainings oft das Feedback bekommen, dass Avada für Einsteiger im Backend sehr unübersichtlich ist. Es gibt neben den normalen Updates, auch noch einen sogenannten Fusion Patcher, womit kleine Bugs entfernt werden. Eigentlich eine gute Sache, wenn es grade Einsteiger nicht eher verwirren würde.

Und dann ist da noch die Sache mit den Sprachdateien. Avada ist auf Englisch programmiert worden und es gibt mittlerweile Übersetzungsdateien. Diese müssen jedoch gesondert installiert werden und machen die Installation komplexer. Hinzu kommt, dass diese Übersetzungen noch sehr fehlerhaft sind und es meist weiteren Aufwand braucht, um das Theme komplett zufriedenstellend auf Deutsch laufen zu lassen.

Avada hat sich über die letzten Jahre sehr bewehrt und zu einem soliden Theme entwickelt, mit dem man eine Agentur aufbauen kann. Für Einsteiger sind die Möglichkeiten wohl doch zu viele und für mich ist Avada eher für bereits fortgeschrittene Nutzer zu empfehlen. Herausragend ist der Support. Die Entwickler loggen sich sogar in Deinen Account ein, um eine Lösung zu finden.

 

VORTEILE:
+ TEMPLATES: Besonders große Auswahl an komplett gestalteten Webseiten-Templates
+ PAGE BUILDER: Bester Page Builder im Backend
+ PAGE SPEED: Sehr gute Ergebnisse
+ SUPPORT: Unschlagbar in Sachen Support!

 

NACHTEILE:
LIZENZ: Für jeden Kunden muss eine einzelne Lizenz gekauft werden für aktuell $60 (Es gibt jedoch eine Agentur Lösung von Envato Market)
DOKUMENTATION: Dokumentation und Service sind komplett auf Englisch
SPRACHDATEIEN: Die deutsche Übersetzung ist nicht zufriedenstellend und die Sprachdateien machen den Installationsprozess komplizierter
PAGE BUILDER: Kein Frontend-Editor
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Salient – Champion im Design

Den Abschluss meiner kleinen Theme-Tour macht der Underdog in der Runde: Salient. Salient versteckt sich meist unter den Top 20 der Envato ThemeForrest Verkaufscharts und wird oft unterschätzt. Hinter Salient stecken die Entwickler von Theme Nectar. Die Lizenz ist die Gleiche, wie bei Avada und Flatsome und der Preis mit $60 auch.

Spannend wird es bei Salient durch den Page Builder. Der Visual Composer ist für meinen Geschmack aktuell der beste Page Builder am Markt. Sowohl im Frontend als auch im Backend bietet der Builder eine einfache Bedienoberfläche.

Und dann waren da noch die Templates. In der Anzahl deutlich weniger als bei Avada aber die Qualität stimmt. Salient ist in Sachen Design ganz vorne. Design und Übersichtlichkeit machen das Theme für mich zum Geheimtipp am Markt. Grade wer durch optische Spielereien punkten möchte, kann mit diesem Theme Kunden beeindrucken.

 

VORTEILE:
+ DESIGN: Sehr schönes aktuelles Design
+ PAGE BUILDER: Bester Page Builder im Vergleich
+ PAGE SPEED: Sehr gute Ergebnisse
+ SUPPORT: Bislang war die Bedienung so strukturiert, dass ich keinen Support gebraucht habe

 

NACHTEILE:
LIZENZ: Für jeden Kunden muss eine einzelne Lizenz gekauft werden für aktuell $60 (Es gibt jedoch eine Agentur Lösung von Envato Market)
DOKUMENTATION: Dokumentation und Service sind komplett auf Englisch
TUTORIALS: Es gibt deutlich weniger Anleitungen und Tutorials, als bei den anderen Themes im Vergleich
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Fazit

Zum Abschluss möchte ich sagen, dass ich mit allen Themes hier sehr zufrieden sbin. Es sind die kleinen Unterschiede, die besonders für Einsteiger große Auswirkungen haben. Wer nur für eine eigene Unternehmensseite sucht, sollte einen Blick auf Salient werfen. Alle, die mehrere Seiten für verschiedene Kunden erstellen, sind mit Avada oder Divi besser beraten. Und bei einem Onlineshop ist Flatsome die beste Option.

Schreibe mir gerne einen Kommentar mit Deiner Meinung zu den Themes. Außerdem lass mich gerne wissen, welches Theme Du gerne nutzt, auch wenn es hier nicht aufgeführt ist. Ich freue mich, wenn wir uns am Freitag hier zu den wöchentlichen Marketing News wiedertreffen.

 

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